„Wollt ihr denn auch Kinder haben?“, fragt Mama. Sie kann schrecklich neugierig sein. David guckt Felixa an. Die nickt und lacht. „Und wie sollen die werden, hell oder dunkel?“, fragt Mama. Immer will sie alles so genau wissen! „Die eine Hälfte hell und die andere dunkel“, meint Felixa. „Das ist gerecht.“
Presse
Mit herzergreifender Schlichtheit erzählt die Autorin die Geschichte um David und Felixa, die er zum Heiraten lieb hat. Gemeinsam leiden sie unter Fremdenfeindlichkeit und gemeinsam erfahren sie, wie man ihr begegnen muss, damit sie keine Narben hinterlässt.
Dieses Thema zum Hauptgegenstand in einem Jugendbuch zu machen ist gewagt. Hanna Jansen hat das mit soviel Einfühlungsvermögen und Verständnis für das Problembewusstsein von Grundschulkindern getan, dass man dem Buch viele, viele Leser wünscht.
(Martina Mattes, Kinder- und Jugendbücher)
Locker und doch mit dem gebührenden Tiefgang erzählt Hanna Jansen von einem Adoptivkind, das sich zwischen erster Sandkastenliebe, Schule und einer Portion ganz alltäglichem Rassismus zurechtfindet.
(LesArt)
,Ich heirate Felixa‘ erzählt von der ersten großen Liebe eines schwarzen Jungen zu einem weißen Mädchen. Natürlich geht es dabei um große Gefühle und um allerlei Schwierigkeiten, die überwunden sein wollen.
(Generalanzeiger)
Vergnügliche Geschichte über die erste Liebe
(Nordbayerischer Kurier)
Mit detailgenauem Blick beschreibt Hanna Jansen Alltagsszenen zum Schmunzeln.
(Freie Presse)
Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Sie versucht aber nicht, ihre Message von Miteinander und Verständnis salbungsvoll und betulich ans Kind zu bringen, sondern erzählt lustig, lebensnah, positiv und voller Sympathie.
(Elisabeth Mair-Gummermann für ekz-Informationsdienst)
Das Buch gibt Einblicke in rassistische Bosheiten, diese Eindrücke sind aber nicht so heftig, dass sie einen sofort umhauen. Deswegen gefällt mir das Buch so gut und ich empfehle es dringend weiter!
(Eselsohr, Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien)
Eine amüsante Liebesgeschichte mit einem Protagonisten, den man gleich ins Herz schließt und mit dem man unweigerlich mit leidet, als seine erste Liebe zerbricht.
(Braunschweiger Zeitung)
Leseprobe
Manchmal gehen Wünsche in Erfüllung, einfach so, obwohl man gar nicht damit rechnet, ja noch nicht mal daran denkt.
Bald sind Herbstferien. Felixas Mutter muss zu einer Tagung, und Felixa darf eine Woche lang zu David ziehen.
Als David und Felixa es erfahren, jubeln sie ohne Ende. Nun können sie zusammen wohnen. Zwar nicht für immer, aber doch für lange Zeit. Ungeduldig zählen sie die Tage, bis es endlich so weit ist.
Gleich nach Felixas Ankunft, stürmen sie in Davids Zimmer und knallen die Tür hinter sich zu, weil sie auf keinen Fall gestört werden wollen. Als sie Felixas Reisetasche auspacken und ihre Sachen in Davids Schrank einräumen, hat David eine Idee. „Komm, wir tauschen unsere Sachen und spielen ,ich bin du, und du bist ich‘.“
„O ja, das machen wir!“ Felixa springt durchs Zimmer. Kichernd und glucksend ziehen sie sich um. Davids Jeans und sein Pullover sind für Felixa viel zu groß. Die Ärmel baumeln über ihre Hände, und sie muss die Hose festhalten, damit sie ihr nicht auf die Füße rutscht. David zwängt sich in Felixas Jogginganzug. Als er endlich drin ist, gucken seine Arme und Beine einen halben Meter aus dem Pulli und der Hose. Er wackelt mit dem Hintern, flattert mit den Armen und stakst gackernd auf und ab. Felixa lacht, bis ihr die Tränen kommen. „Du siehst aus wie eine fette Leberwurst, die gleich aus der Pelle platzt!“, sagt Mama zu David, als er und Felixa sich bei ihr vorstellen.Mit Davids Brille auf der Nase hat Felixa Ähnlichkeit mit einer kleinen Fledermaus, die sich als Eule verkleidet hat. Und weil sie durch die starken Gläser nur verschwommen sehen kann, muss David sie führen.
„Passt auf, sonst stößt du dich!“, ermahnt er sie mit Piepsstimme. Bei dem Versuch wie Felixa zu lispeln, versprüht er jede Menge Spucke.
„Ih, du Ferkel!“, schimpft Felixa lachend. Sie finden das so witzig, dass sie nicht mehr aufhören wollen und bis zum Abend weitermachen. Als sie ins Bett müssen, tauschen sie sogar die Schlafanzüge.
Es ist spät geworden. Sie sind müde. Viele wunderbare Tage haben sie noch vor sich. Ohne Schule, ohne Kita. Sie können machen, was sie wollen und pausenlos zusammensein. So viele Tage sind es, dass sie sich das Ende noch nicht vorzustellen brauchen. David gähnt, rundum zufrieden.
„Gute Nacht, David“, sagt er zu Felixa.
„Gute Nacht, Felixa!“, antwortet sie.
Er zieht die Decke bis zur Nase und fragt sich, wovon er als Felixa heute Nacht wohl träumen wird. Na klar! Von ihm natürlich!
Übersetzungen
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Korea:
Hanna Jansen
"Ich heirate Felixa "
99 Seiten
Banditbulee, 2003
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